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buch:verlassen_werden_teil_2 2006/02/17 21:04 buch:verlassen_werden_teil_2 2017/02/28 16:44 aktuell
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-====== Begriffe in der Abfolge des Textes ======+<html><h1> Begriffe in der Abfolge des Textes </h1></html> 
===== Primäre Einheit 94 ===== ===== Primäre Einheit 94 =====
Trennung in ihrer ursprünglichen Bedeutung von "zerreißen" und "vernichten" schließt den symbolischen oder realen Tod ein. Die Trennungen bei der Geburt zerreißt die primäre Einheit mit der Mutter. So steht am Anfang des Lebens der Tod - der Tod der Einheit. Trennung in ihrer ursprünglichen Bedeutung von "zerreißen" und "vernichten" schließt den symbolischen oder realen Tod ein. Die Trennungen bei der Geburt zerreißt die primäre Einheit mit der Mutter. So steht am Anfang des Lebens der Tod - der Tod der Einheit.
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===== Seelenmord 141 ===== ===== Seelenmord 141 =====
-Wir sprechen im Zusammenhang von Trennungen immer dann von Seelenmord, wenn Kinder instrmuntalisiert, d.h. als Machtmittel missbraucht werden. Zum Beispiel um einen Partner zu verletzen oder zu erpressen, um ein Recht durchzusetzen oder um für eine Idee zu kämpfen. Es besteht die Gefahr, dass die Kinder um die Durchsetzung der Ziele willen seelisch zertsört werden.  +Wir sprechen im Zusammenhang von Trennungen immer dann von Seelenmord, wenn Kinder instrumentalisiert, d.h. als Machtmittel missbraucht werden. Zum Beispiel um einen Partner zu verletzen oder zu erpressen, um ein Recht durchzusetzen oder um für eine Idee zu kämpfen. Es besteht die Gefahr, dass die Kinder um die Durchsetzung der Ziele willen seelisch zerstört werden.  
-Kinder lassen sich nur aus dem Trennunstrauma heraushalten, wenn den Eltern die verborgenen Motive bewußt werden, die immer wieder zu Opferritualen treiben. +Kinder lassen sich nur aus dem Trennunstrauma heraus halten, wenn den Eltern die verborgenen Motive bewusst werden, die immer wieder zu Opferritualen treiben.
===== Gespür der Kinder 142  ===== ===== Gespür der Kinder 142  =====
-Die Kinder habe immer ein deutliches Gespür dafür, im Paardrama für etwas geopfert zu werden, das sie nicht verstehen und wo mit sie nichts zu tun haben, und das Gefühl, mit jeder Oferung ein Stück eigenen Lebens zu verlieren. +Die Kinder habe immer ein deutliches Gespür dafür, im Paardrama für etwas geopfert zu werden, das sie nicht verstehen und wo mit sie nichts zu tun haben, und das Gefühl, mit jeder Opferung ein Stück eigenen Lebens zu verlieren.
===== Ödipus Komplex 143 ===== ===== Ödipus Komplex 143 =====
-Den sogenannten Ödipuskomplex findet man am deutlichsten bei Jungen aus innerlich zerrütteten und geschiedenen Ehen. Dabei wird die Entwicklung des Komplexes durch das Aufwachsen der Jungen bei der Mutter erheblich begünstigt. Entscheidend aber dürfte sein, dass die enge Bindung, Fixierung und Liebe des Jungen zur Mutter durch die bis heute noch verbreiteten Trennungsschwierigkeiten beider Partner besonders gefördert werden. Im Kampf der Geschlechter wird der Junge oft auf dem Altar der mütterlichen Liebe geopfert, in dem die Mutter ihn zu stark an sich bindet, als Partnerersatz missbraucht und dem Vater entfremdet. Unter diesen Voraussetzungen wächst die Liebe des Sohnes zur Mutter und sein Hass auf den Vater in dem Maße, wie er es nicht wagen kann, die ihn allein versorgende Mutter zu enttäuschen, da er sonst auch noch ihre Liebe verlieren könnte. +Den sogenannten Ödipuskomplex findet man am deutlichsten bei Jungen aus innerlich zerrütteten und geschiedenen Ehen. Dabei wird die Entwicklung des Komplexes durch das Aufwachsen der Jungen bei der Mutter erheblich begünstigt. Entscheidend aber dürfte sein, dass die enge Bindung, Fixierung und Liebe des Jungen zur Mutter durch die bis heute noch verbreiteten Trennungsschwierigkeiten beider Partner besonders gefördert werden.  
 +Im Kampf der Geschlechter wird der Junge oft auf dem Altar der mütterlichen Liebe geopfert, in dem die Mutter ihn zu stark an sich bindet, als Partnerersatz missbraucht und dem Vater entfremdet.  
 +Unter diesen Voraussetzungen wächst die Liebe des Sohnes zur Mutter und sein Hass auf den Vater in dem Maße, wie er es nicht wagen kann, die ihn allein versorgende Mutter zu enttäuschen, da er sonst auch noch ihre Liebe verlieren könnte.
Der Ödipuskomplex entsteht aus einer gestörten Beziehung zur Dynamik im Vater- Mutter- Sohn-Dreieck. Der Ödipuskomplex entsteht aus einer gestörten Beziehung zur Dynamik im Vater- Mutter- Sohn-Dreieck.
-Wenn der erwachsene Sohn bei dem Versuch, sich aus der mütterlichen um Schlingen zu befreien, seine verdrängten Hass auf die Mutter in dramatischen Ablösungskämpfen neu belebt und wenn er gleichzeitig versucht, die ihm versagte Identifizierung mit dem Vater nachzuholen und sich mit ihm in Liebe zu versöhnen, muss er einen komplexen Trauerprozess durchlaufen.  +Wenn der erwachsene Sohn bei dem Versuch, sich aus der mütterlichen Umschlingen zu befreien, seine verdrängten Hass auf die Mutter in dramatischen Ablösungskämpfen neu belebt und wenn er gleichzeitig versucht, die ihm versagte Identifizierung mit dem Vater nachzuholen und sich mit ihm in Liebe zu versöhnen, muss er einen komplexen Trauerprozess durchlaufen.  
-Der Sohn trauert darum, von seinem Vater verlassen worden zu sein; er trauert darüber, ihn nicht lieben zu können (dürfen) sondern ihn hassen zu müssen, ihn symbolisch zu erschlagen ; die damit verbundene Schuldgefühle verstärken die Trauer.  + * Der Sohn trauert darum, von seinem Vater verlassen worden zu sein; 
-Außerdem trauert er in Identifikation mit seiner Mutter um ihr verlorenes Glück und übernimmt die Rolle des tröstenden und fürsorglichen Beschützer aus, womit er meist überfordert ist.  +  * er trauert darüber, ihn nicht lieben zu können (dürfen) sondern ihn hassen zu müssen, ihn symbolisch zu erschlagen ; die damit verbundene Schuldgefühle verstärken die Trauer. 
-Und schließlich und am tiefsten trauert er darüber, geopfert worden zu sein und dadurch seinen eigenen Weg verfehlt haben. + * Außerdem trauert er in Identifikation mit seiner Mutter um ihr verlorenes Glück und übernimmt die Rolle des tröstenden und fürsorglichen Beschützer aus, womit er meist überfordert ist. 
 + * Und schließlich und am tiefsten trauert er darüber, geopfert worden zu sein und dadurch seinen eigenen Weg verfehlt haben. 
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Ob Jungen oder Mädchen, beide sind ein Opfer im Beziehungsdrama ihrer Eltern. Ob Jungen oder Mädchen, beide sind ein Opfer im Beziehungsdrama ihrer Eltern.
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Es geht dann nicht mehr um das Eltern-Kind-Dreieck, sondern um ein mit Geschwisterrivalität konflikthaft zugespiztes Familien-Viereck. Es geht dann nicht mehr um das Eltern-Kind-Dreieck, sondern um ein mit Geschwisterrivalität konflikthaft zugespiztes Familien-Viereck.
Die in der Familie schlummernde latente Hasspirale, in der alle Beteiligten verwickelt sind, bricht mit unverhüllter Gewalt an die Oberfläche, wenn die Struktur zerbricht und das Trennungsdrama von allen verarbeitet werden muss. Die in der Familie schlummernde latente Hasspirale, in der alle Beteiligten verwickelt sind, bricht mit unverhüllter Gewalt an die Oberfläche, wenn die Struktur zerbricht und das Trennungsdrama von allen verarbeitet werden muss.
-Dann kann es dazu kommen, das Opfern Täter werden. Die Kinder, die in der pathologischen Liebe und dem Vergeltungshass verstrickt sind, rächen das an ihnen begangene Unrecht durch Vater- und Muttermord. +Dann kann es dazu kommen, das Opfer zu Täter werden. Die Kinder, die in der pathologischen Liebe und dem Vergeltungshass verstrickt sind, rächen das an ihnen begangene Unrecht durch Vater- und Muttermord.
===== Elternmord 149 ===== ===== Elternmord 149 =====
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===== Selbstschädigung beim Trennungsdrama 150 ===== ===== Selbstschädigung beim Trennungsdrama 150 =====
-Die Selbstschädigung beim Trennungsdrama kann von den Kindern ausagiert werden oder sich als nach innen gerichtete Aggresion ( Selbstmordrohungen) zeigen oder Gewalt und Misshandlung bei den Eltern provozieren, mit denen die Eltern auf die Provokation und die Rache der Kinder reagieren. +Die Selbstschädigung beim Trennungsdrama kann von den Kindern ausagiert werden oder sich als nach innen gerichtete Aggression ( Selbstmordrohungen) zeigen oder Gewalt und Misshandlung bei den Eltern provozieren, mit denen die Eltern auf die Provokation und die Rache der Kinder reagieren.
===== Schädigung der Eltern 150 ===== ===== Schädigung der Eltern 150 =====
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===== Kinder als Täter im Trennungsdrama 150 ===== ===== Kinder als Täter im Trennungsdrama 150 =====
-Die Schuld, die sich Kinder für die Trennung der Eltern geben, hängt mit ihrem verdrängten Hass zusammen. Die Kinder spüren ihrer Mitteilung sehr genau, genauer als sie von Erwachsenen wahrgenommen und eingestanden wird. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass Eltern erfahrungsgemäß die Struktur ihrer Beziehung zu den Kindern nur selten durchschauen. +Die Schuld, die sich Kinder für die Trennung der Eltern geben, hängt mit ihrem verdrängten Hass zusammen. Die Kinder spüren ihrer Mitbeteilung sehr genau, genauer als sie von Erwachsenen wahrgenommen und eingestanden wird. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass Eltern erfahrungsgemäß die Struktur ihrer Beziehung zu den Kindern nur selten durchschauen.
Im Beziehungsdrama der Eltern werden auch die Kinder schuldig, ob sie es wollen oder nicht. Von der Gestaltung des Dramas hängt es ab, wie tief sie in ihre Schuld verwickelt werden. Entsprechend ausgedehnt ist der Trauerprozess über ihre Mitbeteiligung und Schuld. Im Beziehungsdrama der Eltern werden auch die Kinder schuldig, ob sie es wollen oder nicht. Von der Gestaltung des Dramas hängt es ab, wie tief sie in ihre Schuld verwickelt werden. Entsprechend ausgedehnt ist der Trauerprozess über ihre Mitbeteiligung und Schuld.
Es ist wichtig, die Täter und Mittäterschaft von Kindern als Quelle ihrer Schuld und Trauer zuerkennen. Solange wir an der Ideologie der "heilen Familie" orientiert bleiben, werden wir beim Scheitern einer Ehe - wegen unserer eigenen Schuldgefühle - die Kinder lediglich in ihrer Opferrolle sehen und uns darin mit ihnen identifizieren. Das hindert uns aber daran, ihre Mittäterschaft wahrzunehmen und zu akzeptieren. Es ist wichtig, die Täter und Mittäterschaft von Kindern als Quelle ihrer Schuld und Trauer zuerkennen. Solange wir an der Ideologie der "heilen Familie" orientiert bleiben, werden wir beim Scheitern einer Ehe - wegen unserer eigenen Schuldgefühle - die Kinder lediglich in ihrer Opferrolle sehen und uns darin mit ihnen identifizieren. Das hindert uns aber daran, ihre Mittäterschaft wahrzunehmen und zu akzeptieren.
Die Erwachsenen könnten dann aber das Trennungsdrama entschärfen, indem sie irrationale Schuldgefühle besser neutralisieren könnten und neurotische Bindung zu den Kindern entflechten. Die Erwachsenen könnten dann aber das Trennungsdrama entschärfen, indem sie irrationale Schuldgefühle besser neutralisieren könnten und neurotische Bindung zu den Kindern entflechten.
Unter solchen Bedingungen müssen Kinder ihre Gefühle nicht mehr so stark in Liebe und Hass aufspalten, sondern können ihre Gefühle zusammenführen. Unter solchen Bedingungen müssen Kinder ihre Gefühle nicht mehr so stark in Liebe und Hass aufspalten, sondern können ihre Gefühle zusammenführen.

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